GESCHICHTE
 
Hier können Sie sich einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Feuerwehr Krustetten verschaffen:
 
Die Gründung
Die Organisation zur Gründungszeit
Die ersten Jahre - 28 Mann packen zu
Ein Zuhause für die Wehr
Übungen und Einsätze in den ersten Jahrzehnten
Der Erste Weltkrieg
Die Zwischenkriegszeit
Der Zweite Weltkrieg
Der Wiederaufbau
Die Wehr in den 60iger Jahren
Die Feuerwehr wird eine öffentlich-rechtliche Körperschaft
Die Modernisierung der Ausrüstung
Das neue Feuerwehrhaus
Von der Feuerlöschtruppe zum modernen Dienstleister
Ein neues Zeitalter beginnt
 
 
Die Gründung
 
Im Jahre 1895 fanden sich auch in Krustetten beherzte Gemeindebürger zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zusammen und führten am 15. April 1895 die Gründungsversammlung durch. Nach der Genehmigung der eingereichten Statuten durch die Statthalterei und dem Beitritt zur Unterstützungskassa wurde die Feuerwehr Krustetten am 17. August 1895 offiziell in den Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband aufgenommen. Nur wenige Tage später am 25. August 1895 wurde das Gründungsfest samt Spritzenweihe durchgeführt.
 

     
Das Gründungsprotokoll      
 

Übersetzung:

 

Gründungsprotokoll am 15 April 1895

 

1. wurde einstimmig beschlossen, die von Herrn Anton Sachs vorgetragenen Statuten einzureichen.

 

2. Über Anschaffung der Montur wird einstimmig beschlossen, dass jeder Mann die Bluse und Kappe vor seinem Eigenem zahlen muss und daher sein  Eigentum ist.  Jedoch ist es nicht erlaubt, die Bluse ausser Dienst zu tragen. Jeder Mann verpflichtet sich, wenn er austritt, die Montur auszuzahlen oder eine neue zurückzugeben, ohne dass der für das schon bezahlte entschädigt wird.

Einstimmig genehmigt und gefertigt von Schriftführer Johann Lackinger

 

Johann Zauner
Gemeindevorsteher


Johann Fink
Hauptmann


Franz Fischer
Hauptmannstellvertreter

 
 
Die Organisation zur Gründungszeit
 
Nach dem Vereinsgesetz hatte die Freiwillige Feuerwehr Krustetten Statuten zu führen, die innere Organisation, Aufgaben sowie Vertretung nach außen regelten. Die Vereinsstatuten, damals "Grundgesetz" genannt, enthielten aber bereits durchaus den heutigen Vorschriften vergleichbare Regelungen.
 
Die Freiwillige Feuerwehr war, wie heute, im Auftrag der Gemeinde tätig. Die Leitung und Vertretung nach außen stand dem Feuerwehrhauptmann zu, im Verhinderungsfalle dem Hauptmannstellvertreter. Die Mitglieder übten ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus, sie waren zum Gehorsam gegenüber ihren Vorgesetzten verpflichtet.
 
Wie auch heute wurden der Feuerwehrhauptmann und sein Stellvertreter von den Mitgliedern gewählt, die Funktionsperiode betrug aber nur 1 Jahr, während heute Kommandant und Stellvertreter für 5 Jahre gewählt werden.
 
Die Leitung der Feuerwehr nach innen stand dem Feuerwehrausschuß zu, der dem heutigen erweiterten Kommando entspricht und dem der Hauptmann, sein Stellvertreter, die Zugführer, sowie 3 weitere gewählte Mitglieder, denen die Funktionen von Kassier, Zeugwart und Schriftführer zugewiesen waren, angehörten.
 
In den Statuten vorgesehen war auch ein Beitritt zur Unterstützungskasse der Freiwilligen Feuerwehren Niederösterreichs für im Dienst verunglückte Mitglieder, die auch heute noch besteht.
 
Im Fall der Auflösung der Feuerwehr musste das Vermögen inventarisiert und von der Gemeinde bis zur Neubildung einer Freiwilligen Feuerwehr verwaltet werden. Eine Verwendung für andere Zwecke war untersagt. Nach den heutigen Vorschriften geht das Vermögen automatisch auf die Gemeinde über.
 
 
Die Ersten Jahre - 28 Mann packen zu
 
Noch in der ersten Hälfte des Gründungsjahres wurde von der Firma Hausmann in St. Pölten eine vierrädrige Saugspritze mit 4 Saugschläuchen, einem Handschlauch sowie Strahlrohr, Saugkopf und Saugleine angeschafft. Den Kaufpreis von 760 Gulden konnte man jedoch nicht sofort zur Gänze bezahlen und so musste im Jahre 1899 bei der Raiffeisenkasse in Brunnkirchen ein Kredit von 200 Gulden aufgenommen werden, um den Restbetrag begleichen zu können. Der Hauptmann und ein weiteres Mitglied der Wehr mussten für diesen Betrag der Kasse gegenüber als Bürge haften.
 

Insgesamt bestand das Inventar Ende 1895 neben der Saugspritze aus 1 Schlauchkarren, 3 Hakenleitern, 8 Steigerrüstungen, 2 Hörner und den Uniformen für die Mannschaft.

 
Am 16. Feber 1896 wurde der erste Feuerwehrball veranstaltet; er erbrachte einen Reinertrag von 57 Gulden und 76 Kronen. Auch in den folgenden Jahren brachten Bälle dringend benötigte Einnahmen, wobei diese Veranstaltungen nicht nur in Krustetten, sondern auch in Angern, Oberfucha und anderen Nachbarorten stattfanden. Darüber hinaus wurde immer wieder Wein gesammelt und vom Hauptmann auf Rechnung der Feuerwehr im Fass verkauft. Für die Verwendung dieser Gelder hatte man ebenfalls schon Pläne.
 
 
Ein Zuhause für die Wehr
 
Noch im ersten Jahr des Bestehens wurde der Beschluss gefasst, ein "Spritzenhaus" zu bauen, und ein Baukomitee eingesetzt. Michael Bauernberger stellte für den Bau 55m2 Grund zur Verfügung, der einige Jahre später von der Gemeinde übernommen wurde.
 
Am 1. Oktober 1896 wurden dann vom Gemeinderat der Gemeinde Krustetten 200 Gulden für den Ankauf von Bausteinen und Bauholz genehmigt. Bereits am 21.11. desselben Jahres konnte der "Säckelwart" der Feuerwehr einen Teilbetrag von 100 Gulden entgegennehmen. Ganz reibungslos dürfte das Bauvorhaben aber nicht über die Bühne gegangen sein, wurde doch vom Baukomitee am 4.5.1897 beschlossen, "der Gemeinde die Rechnung vorzulegen und den Bau zurückzugeben", nachdem diese in ihrer Sitzung am 16.4.1897 dem Komitee verweigerte, das nötige Geld für das Spritzenhaus aufzunehmen.
 
Es gibt zwar über Art und Umfang der Bauarbeiten keine Aufzeichnungen, doch ist bereits im Gemeinderatssitzungsprotokoll vom 1.8.1901 ein Antrag des Bürgermeisters auf Ausbau des Spritzenhauses vermerkt. Dieser Antrag wurde ebenso angenommen wie die Mauerung der "Wasserstuben" beim Spritzenhaus im Jahr 1902 und die Leistung eines Beitrages von 50 Kronen zum Bau einer Telefonleitung durch die Feuerwehr im Jahr 1903.
 
 
Übungen und Einsätze in den ersten beiden Jahrzehnten
 
Bezüglich Brandeinsätzen sind im Tätigkeitsbericht des Jahres 1897 zwei Feuer angeführt, wobei eines davon im Zuge einer Hilfeleistung in Tiefenfucha zu bekämpfen war.
 
Besonders stark an Brandeinsätzen erwies sich das Jahr 1906. Am 26.1. brannte es in Ried, "wo wir die erste Feuerwehr am Brandplatze waren und wo durch unsere Tätigkeit die Nachbargebäude verschont geblieben sind", wie es in einem Bericht über diesen Einsatz heißt. "Weil bei der großen Kälte die Schläuche gefroren und wir einen Schaden erlitten, haben wir von der k.k. Wechselseitigen Brandschaden Versicherung Wien 40 Kronen Subvention erhalten." Am 30.7. musste wieder zur Hilfeleistung nach Tiefenfucha ausgefahren werden, am 1.9. nach Höbenbach und am 23.10. nach Palt.
 
Die Übungsteilnahme dürfte dagegen weniger intensiv gewesen sein, da der Hauptmann 1907 bemängelte, "dass die Mannschaft bei einem Brand tätig sei, jedoch die Übungen nachlässig besucht werden". 1910 wurde sogar die Einführung eines Anwesenheitsbuches beschlossen und festgelegt, dass "wer dreimal nicht zur Übung kommt, vom Verein ausgeschlossen wird".
 
Allerdings wird immer wieder die Teilnahme an "Truppenübungen", z.B. in Mauternbach, Palt, Wagram usw. in den Tätigkeitsberichten ausgewiesen, was unter den damaligen Verhältnissen sicher eine anstrengende und zeitraubende Tätigkeit darstellte.
 
Der erste größere Brand, dessen Bekämpfung im Brandbuch der Freiwilligen Feuerwehr Krustetten dokumentiert wird, ist das Feuer im Haus Nr. 1 des damaligen Bürgermeisters Johann Lackinger am 12. Dezember 1910.
 
Um 12 Uhr mittags wurde durch Hornsignal alarmiert, und schon 5 Minuten danach erschien die Ortsfeuerwehr am Brandplatz. Es wurde das Feuer mit Wasser bekämpft und das im Stall befindliche Vieh weggeschafft. 22 Mitglieder der Wehr waren mit einer Saugspritze, 2 Leitern, Feuerhaken und 170 m Schläuchen im Einsatz. Hervorgehoben wurde die rege Mithilfe der Bevölkerung. Um 12.30 Uhr traf die Freiwillige Feuerwehr Tiefenfucha ein und legte eine weitere Schlauchleitung. Die um 13.00 Uhr erschienenen Freiwilligen Feuerwehren Höbenbach, Paudorf, Thallern und Hollenburg kamen nicht mehr zum Einsatz, da zu diesem Zeitpunkt bereits der Brand gelöscht war. Zwar brannte der Dachstuhl zum Großteil ab, ein Ausbreiten des Feuers konnte durch das rasche Eingreifen aber verhindert werden.
 

Weitere Brandeinsätze:

24.3.1911:     Rauchfangfeuer bei Familie Emberger

31.8.1911:     Brand nach Blitzschlag im Haus Nr. 23 bei Familie Anton Altenriederer

15.7.1913:     Ausrücken zu einem Brand beim Wetterkreuz

 
 

Der Erste Weltkrieg

 
Im Jahr 1914 wurde von der Firma Rosenbauer in Linz ein Hydrophor angeschafft. Er befindet sich noch heute im Besitz der Feuerwehr und ist in restaurierten Zustand im Stiegenhaus des Feuerwehrhauses ausgestellt.
     
Der Hydrophor      
 
Doch trotz dieser Verbesserung in der Ausrüstung der Feuerwehr gab es ein Problem, das mit Fortdauer des Krieges immer größer wurde: die Personalknappheit.
 
Als 1916 sämtliche Chargen eingerückt waren, berief Bürgermeister Karl Prohaska eine Vollversammlung mit der Aufforderung zum Eintritt neuer Mitglieder und der Neuwahl der Chargen auf Kriegsdauer ein. Wohl um den Posten eines Zeugwartes überhaupt besetzen zu können, wurde eine Entlohnung für dessen Tätigkeit mit 5 Kronen jährlich beschlossen.
 
 
Die Zwischenkriegszeit
 
Das älteste noch existierende Mannschaftsfoto der Freiwilligen Feuerwehr Krustetten wurde vor dem Stift Göttweig vermutlich zu Beginn der zwanziger Jahre aufgenommen:
     
Von links nach rechts (so weit bekannt):
Thallauer Karl, Dinstl Johann, Grill Josef, Klein Leopold, ? , Schallaun Johann, Gruber Josef, Lackinger Josef, Bauernberger Josef, Fink Heinrich, Prohaska Karl, Lackinger Anton, Gruber Leopold, Unfried Anton, Schallaun Anton, ? , Lackinger Heinrich, Fink Alois
 
Im Jahr 1920 gab es wieder einen größeren Brandeinsatz. Wie aus dem Brandbuch hervorgeht, wurde die Feuerwehr am 26. Juli um "10 Uhr 30 Minuten nachts" mit Hornsignal alarmiert. Wieder hatte ein Blitzschlag ein Gebäude in Brand gesetzt. 29 Mann der Ortsfeuerwehr konnten zwar die Scheune des Franz Hauser nicht mehr retten; aber gemeinsam mit den Wehren aus Tiefenfucha und Höbenbach wurden die umliegenden Objekte trotz Hagelgewitters geschützt.
 
Die Notwendigkeit der Währungsreform mit der Umstellung auf den Schilling lässt sich an Hand des Kassabuches darstellen. So betrugen die Einnahmen 1924 5,212.478 Kronen, die Ausgaben 4,143.600 Kronen und das geschätzte Vermögen der Feuerwehr 55,099.939 Kronen. Für 62 Meter Hanfschlauch war der Betrag von 1,565.600 Kronen zu bezahlen, wie aus nachstehender Rechnung hervorgeht.
 
Im Jahr 1925 wurde ein Federwagen von Anton Schallaun angekauft und zum Mannschaftswagen umgebaut.
 
1927 erfolgte die Regelung der Feuerwehrbespannung. Diese wurde auf die Fuhrwerksbesitzer Fink, Prohaska und Brantner aufgeteilt.
 
Interessant ist, dass es bereits in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen eine Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und dem Roten Kreuz gab: Im Jahr 1929 wurden 4 Mann der Feuerwehr im Sanitätswesen aus gebildet, die ein Jahr später die Prüfung für den Sanitätsdienst ablegten. Ein Mitglied der Wehr fungierte als Vertrauensmann des Roten Kreuzes.
 
Auf dem Ausrüstungssektor ging man 1934 zwar nochmals daran, die alte vierrädrige handbetriebene Druckspritze zu reparieren, doch bereitete man sich schon auf den Einsatz einer Motorspritze vor. 2 Mann besuchten bereits 1933 einen "Motorspritzenkurs" in Mautern, und auf verschiedene Art und Weise versuchte man, Geld für den Ankauf eines solchen Gerätes aufzutreiben.
 
So wurden damals die Mitgliedskarten für unterstützende Mitlieder der Wehr eingeführt und regelmäßig die Sammlung der Mitgliedsbeiträge durchgeführt. Im Jahr 1938 veranstaltete die Wehr eine Weinkost und auch eine Theateraufführung.
 
Dennoch sollte noch einige Jahre dauern, bis die Motorspritze angeschafft werden konnte.
 
 
Der Zweite Weltkrieg
 
Der im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges erfolgte Anschluss an Deutschland brachte für das österreichische Feuerwehrwesen in organisatorischer Hinsicht tief greifende Änderungen.
 
Im Jahre 1939 wurden die Freiwilligen Feuerwehren als Vereine aufgelöst und in die Hilfspolizei eingegliedert.
 
Auch die Freiwillige Feuerwehr Krustetten erhielt am 5.1.1940 den mit 1.12.1939 datierten Bescheid über die Löschung im Vereinskataster:
 

     

Auflösungsbescheid

     
 
Gleichzeitig wurde angeordnet, dass das Vereinsvermögen in das Eigentum der Gemeinde übergeht, die es für Zwecke des Feuerlöschwesens zu verwenden hatte. Bereits am 19.4.1939 war Johann Fürlinger, der einen Führerkurs in der Feuerwehrschule Wiener Neustadt besucht hatte, zum Landrat in Krems vorgeladen worden, und wurde dort mit den Agenden eines Feuerwehrführers betraut. Mit 1.10. desselben Jahres erhielt er die Ernennungsurkunde zum Truppenführer.
 
Der Krieg brachte es mit sich, dass im Spritzenhaus vorübergehend ein Munitionsdepot eingerichtet wurde. Dafür gab es im Jahre 1942 endlich die so lange ersehnte Motorspritze, für die am 10.1.1944 auch noch ein Anhänger angeschafft wurde, und zwar von der Firma Fischer aus Görlitz.
 
Bedingt durch das Fehlen der Männer, die zum Kriegsdienst einberufen worden waren, ergab sich die Notwendigkeit, Frauen in die Feuerwehr aufzunehmen. Bekannt ist zum Beispiel die Vereidigung von Frau Barbara Kemptner im Jahre 1944.
 
 
Der Wiederaufbau
 
Nach den Kriegsjahren begannen die schwierigen Zeiten des Wiederaufbaues, die zunächst neue Probleme brachten.
 
Im Jahr 1945 wurde die erst 3 Jahre zuvor erstandene Motorspritze von der sowjetischen Besatzungsmacht verschleppt. Späteren Nachforschungen zufolge dürfte diese mit einem Schiff außer Landes gebracht worden sein, wie aus einem Schreiben der Bezirkshauptmannschaft aus dem Jahre 1955 zu entnehmen ist.
 
So musste 1947 neuerlich eine Tragkraftspritze angeschafft werden, diesmal war es eine TS 8 von der Firma Rosenbauer in Linz: Dieses Gerät, Typ RW 80 befindet sich noch heute im Besitz der Feuerwehr. Die Weihe dieser Spritze fand am 29.6.1947 statt, die "Feuertaufe" bestand sie bei Bränden in Oberfucha im August und in Tiefenfucha im Oktober desselben Jahres.
 
In organisatorischer Hinsicht wurde wieder auf die Regelung vor dem Anschluß an Deutschland zurückgegriffen. 1949 wurden die Freiwilligen Feuerwehren wieder als Vereine organisiert. Die Bildung des Vereines "Freiwillige Feuerwehr Krustetten" wurde mit Bescheid der Sicherheitsdirektion Niederösterreich vom 19. Dezember 1949 "nicht untersagt". Nach dem 2. Weltkrieg wurde auch die "Feuerwache", die es schon während und nach dem ersten Weltkrieg gegeben hatte, wieder eingeführt, wie eine Kundmachung aus dem Jahr 1951 zeigt. Beginnend am 25. August bei Haus Nr.1 hatte jedes Haus, in dem eine männliche Person im Alter von mindestens 16 Jahren lebte, einen Wachdienst abzustellen.
 
Gewacht wurde zwischen 21.00 Uhr und 03.00 Uhr in 2 Schichten. Die Überprüfung der Wachen erfolgte durch Bürgermeister und Feuerwehrkommandant.
 
Auch Veranstaltungen wurden wieder durchgeführt. Im Jahr 1951 veranstaltete man eine Weinkost, und von 1952 bis 1960 wurden Feuerwehrkirtage abgehalten.
 
Die Erlöse dieser Veranstaltungen in den fünfziger Jahren wurden für wichtige Investitionen benötigt. Auch das Zeughaus wurde renoviert und schließlich konnte 1958 eine Sirene angeschafft und auf dem 1949 errichteten Schlauchturm montiert werden, die erst 1995 im Zuge des Neubaues des Feuerwehrhauses durch eine neue ersetzt wurde.
 
Die Wehr in den 60iger Jahren
 

Im Jahr 1961 wurde der bestehende Löschwasserteich neben dem Feuerwehrhaus mit einer festen Ummauerung eingefasst und mit einer Decke versehen. Darauf wurde das heute noch bestehende Gemeindehaus errichtet.

 

     

Das alte Feuerwehrhaus (bis 1995)

     
 
Im Jahr 1965 kam es zu einem Aufsehen erregenden Großbrand auf dem Anwesen der Familie Leopold Steiner in Krustetten. Die Freiwillige Feuerwehr Krustetten bekämpft den Brand gemeinsam mit den Wehren aus Höbenbach und Tiefenfucha.
 
Ausrüstungsmäßig  wurde die Wehr im Jahr 1966 durch den Ankauf eines gebrauchten Löschanhängers der Freiwilligen Feuerwehr Hausenbach, der zum Transport von Mannschaft und Gerät diente, und durch einen Traktor gezogen werden konnte, verstärkt:
     

Tragkraftspritzenwagen

     
 
 

Die Feuerwehr wird eine öffentlich-rechtlich Körperschaft

 
Ein wichtiges Jahr für die Organisation der Freiwilligen Feuerwehr in Niederösterreich war das Jahr 1969. Mit der Beschließung des Gesetzes über die örtliche Feuerpolizei und das Feuerwehrwesen am 10.12.1969 durch den niederösterreichischen Landtag wurde die Feuerwehren als Vereine aufgelöst und in öffentlich-rechtliche Körperschaften umgewandelt. Anstatt der Eintragung in den Vereinsregister erfolgte nunmehr die Eintragung in das neugeschaffene Feuerwehrregister.
 

   

Auflösungsbescheid

Aufnahme in das Feuerwehrregister    
 
 
Die Modernisierung der Ausrüstung
 
1973 wurde eine zweite Tragkraftspritze, eine VW-Automatik angeschafft und im Zuge eines Feuerwehrfestes im Gasthaus Denkmayr geweiht. Als Patin fungierte Frau Anna Fink, die Gattin des damaligen Kommandanten. Diese Pumpe leistet bis heute zuverlässig seine Dienste und ist im Kleinlöschfahrzeug untergebracht.
 
Im Jahr 1979 begann für die Freiwillige Feuerwehr ein neuer Abschnitt der Motorisierung. Mit dem Ankauf eines Kleinlöschfahrzeuges auf VW LT 35, ausgebaut von Rosenbauer, stiegen wir zur „motorisierten“ Feuerwehr auf, und mussten nicht mehr auf private Zugfahrzeuge zurückgreifen.
 
Die Segnung des Autos erfolgte Mitte August beim Feuerwehrfest, Patin war Anna Lackinger.
 
In den darauf folgenden Jahren wurden weiters ein Greifzug, eine Tauchpumpe, ein Schaumausrüstung sowie Funkgeräte angekauft.
 
Im Jahr 1985 wurden vom niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband ein gebrauchter Land Rover, der als Funkleiststelle diente, angekauft. Dieser wurde als Mannschaftstransportfahrzeug sowie in Verbindung mit dem Tragkraftspritzenanhänger als zweites Löschfahrzeug verwendet.
 
1988 wurden 3 Atemschutzgeräte samt Ersatzflaschen und Masken angekauft, die Ausbildung der dafür benötigten Geräteträger hatte bereits einige Jahre davor begonnen.
 
 
Neubau des Feuerwehrhauses
 
Da das alte Feuerwehrhaus bereits aus allen Nähten platzte und den Anforderungen einer modernen Feuerwehr nicht mehr gerecht wurde, fasste man 1990 den Grundsatzbeschluss zum Neubau des Zeughauses. Die Voraussetzung dazu wurde bereits 1988 mit dem Zukauf eines Grundstückes geschaffen werden. Die Planungsarbeiten dauerten bis 1992 an, sodass schließlich im darauf folgenden Jahr mit dem Bau begonnen werden konnte.
 
Da das neue Haus am selben Standort errichtet wurde, war der Beginn der Bauarbeiten gleichzeitig der Beginn des Abrisses des alten Hauses. Im selben Jahr 1993 konnte auch in über 1800 Arbeitsstunden der Rohbau aufgestellt werden. Nach weiteren 800 Arbeitsstunden konnte das Haus 1994 provisorisch bezogen und der Innenausbau gestartet werden.
 
     

Die Mannschaft 1995

     
 
Pünktlich zum 100-Jahre-Jubiläum der Feuerwehr konnte das neue Feuerwehrhaus am 3. September 1995 im Rahmen der Jubiläumsfeier durch Pater Udo Fischer gesegnet und offiziell eröffnet werden.
 
Von nun an stand ein modernes Feuerwehrhaus zur Verfügung, in den folgenden Jahren wurden noch das Dachgeschoss fertig ausgebaut, nähere Details können Sie unter dem Menüpunkt Feuerwehrhaus erfahren.
 
 
Von der Feuerlöschtruppe zum modernen Dienstleister
 
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr war die Gründung der Feuerwehrjugendgruppe im Jahr 1996 durch Josef Böck. Sie sorgt seither Jahr für Jahr für Nachschub in der Aktivmannschaft, die mittlerweile zu mehr als einem Drittel aus ehemaligen Mitgliedern dieser Gruppe besteht.
 
Nachdem sich 1997 bei einem Großbrand, der eine Lagerhalle (das größte Objekt im Ort) vollkommen zerstörte, erneut die eher schlechte Wasserversorgung zeigte, wurde noch im selben Jahr ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug von der Feuerwehr Atzenbrugg angeschafft und der altersschwache Land Rover außer Dienst gestellt. Das Fahrzeug, ein Steyr 690, Baujahr 1975 kostete samt neuer Ausrüstung 110.000 Schilling. Weiters wurde ab diesem Jahr Schritt für Schritt die Schutzbekleidung der Mitglieder verbessert.
 
Zur Vervollständigung des Fuhrparks wurde im Jahr 2000 ein PKW-Anhänger angekauft, der sich im Einsatz- und Übungsfall als praktische Ergänzung herausstellte.
 
Als im Jahr 2002 das Tanklöschfahrzeug bereits einige Alterserscheinungen zeigte, machte man sich auf die Suche nach einem Ersatz für dieses Fahrzeug. Fündig wurde man beim Katastrophenhilfsdienst der Berufsfeuerwehr Wien. Hier konnte günstig ein Tanklöschfahrzeug mit 2000l Tankinhalt angeschafft werden. Allerdings musste dieses Fahrzeug, ein Steyr 791 mit Rosenbauer-Aufbau aus dem Jahre 1984, generalüberholt werden. In mehr als 2000 Arbeitsstunden wurde das Fahrzeug von Grund auf saniert und schließlich bei der Floriani-Messe beim Feuerwehrhaus offiziell in Dienst gestellt
       
     
       
Im Zuge des Ankaufs des Fahrzeuges wurde auch die Ausrüstung, vor allem für den technischen Einsatz deutlich erweitert. Es wurden ein Satz Hebekissen, eine Motorsäge, eine Straßenwaschanlage, diverse Lichtfluter, neue Anschlagmittel, eine Schadstoffgrundausrüstung sowie eine Korbtrage angeschafft, so dass eine Vielzahl von Einsatzszenarien abgedeckt werden können.
 
Die Vervollständigung der Einsatzbekleidung konnte 2004 mit dem Ankauf von Schutzjacken sowie 2008 durch den Ankauf von Schutzhosen zum Großteil abgeschlossen werden.
 
 
Ein neues Zeitalter beginnt...
 
Durch die finanzielle Entwicklung in der Feuerwehr sowie in der Gemeinde konnte 2008 mit der Planung eines neuen Einsatzfahrzeuges begonnen werden. Zuerst stellte sich die grundlegende Frage, welches Fahrzeug durch ein neues ersetzt werden sollte. War man vor 5 Jahren bei der Indienststellung des Tanklöschfahrzeuges noch davon ausgegangen, ein neues Kleinlöschfahrzeug anzukaufen, da ein neues Tanklöschfahrzeug nur schwer zu finanzieren wäre, so änderte sich die Situation durch die positive Entwicklung der Feuerwehrfeste und der damit verbundenen höheren Einnahmen. Nachdem auch die Gemeinde ihre Unterstützung bei diesem großen Vorhaben grundsätzlich und im selben Rahmen wie für die anderen Gemeindefeuerwehren zusicherte, konnte mit den Planungen für neues Tanklöschfahrzeug begonnen werden. (genauere Details zur Planung finden Sie hier!)
 
Schließlich konnte kurz vor Weihnachten 2008 ein Tanklöschfahrzeug bei der Firma Rosenbauer in Auftrag gegeben werden und die Lieferung für Anfang 2010 vereinbart. Nachdem alle Arbeiten nach Plan verlaufen waren, konnte das Fahrzeug am 27. Jänner 2010 in Dienst gestellt werden.
 
 

Allerdings musste auch für das Kleinlöschfahrzeug eine Lösung gefunden werden, da es aufgrund schwerer technischer Mängel im Herbst 2009 außer Dienst gestellt werden musste. Als beste Variante stellte sich hier der Kauf eines gebrauchten Fahrzeuges von der Betriebsfeuerwehr Kraftwerk Dürnrohr heraus. Das um einige Jahre jüngere Fahrzeug wies nur eine geringe Kilometerleistung sowie einen sehr guten technischen Gesamtzustand auf und war außerdem auch sehr günstig in der Anschaffung. Nach einigen kleineren Umbauarbeiten konnte das Fahrzeug Anfang Dezember 2009 in Dienst gestellt werden.